Ortskern-Rundgang


UNESCO Geopark-Kulturpfad „Großostheimer Renaissance“ (Bachgau 4)
Im späten 16. Jh. erlebte Großostheim einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung: vom Handwerkerhäuschen über Kapellen bis zum Wehrturm – überall im Ort wurde gebaut. Der ca. 2,5 km lange Kulturpfad durch den Ortskern führt zu den erhaltenen Zeugnissen des Wohlstandes am Übergang von der Spätgotik zur Frührenaissance.
Markierung: Wappen von Großostheim
1. Nöthigsgut mit Bachgaumuseum
Am Marktplatz mit seinem prächtigen Fachwerkensemble liegt die Hauptzierde, der alte Herrensitz „Nöthigsgut“. Der Hof war Besitz des Mainzer Domkapitels, 1762 – 1921 war die namensgebende Familie Nöthig Pächter des Gutes. Heute ist das Bachgau-Museum mit einer Ausstellungsfläche von ca. 1100 qm hier untergebracht.
2. St. Peter und Paul-Kirche
Ebenfalls unter kurmainzischem Patronat fand um 1250/70 der Neubau der St. Peter und Paul-Kirche statt. Unter den spätgotischen Ausstattungsstücken nimmt der Beweinungsaltar von Tilman Riemenschneider einen hervorragenden Rang ein.
3. Alter Friedhof
1820 direkt an der Ortsmauer angelegt, am hinteren Ende befinden sich zwei Grabmäler der Familie Nöthig.
4. Stumpfer Turm
Der Rundturm in der Grabenstraße, 1500 erstmals genannt, diente als Pulvermagazin. Die Regierenden im Bachgau ließen ihre Wappen am Turm anbringen.
5. Spitzer Turm
Nach Vereinbarung ist für Besucher ein Panoramablick auf die Dächer von Großostheim möglich ist. Der gut erhaltene 28 m hohe Turm, 1551 erstmals genannt, dokumentiert seine Wehrhaftigkeit durch Schießscharten, Pechnasen sowie Zinnen und diente früher auch als Gefängnis.
6. Altes Rathaus
Es steht an der Stelle des alten Zehnthofes, wo die Naturalien abgegeben und gelagert wurden, die nach Mainz zu liefern waren. Bis 1908 war in der Breite Straße hier ein Forstamt untergebracht.
7. Drippelskapelle
Der wohlhabende Hufschmied Peter Drippels ließ die nach ihm benannte Kapelle 1517 errichten. Das „Großostheimer Krippchen“ birgt in feiner Schnitzarbeit die Geburt Christi, Original im Bachgaumuseum.
8. Hexenturm
Der dritte noch erhaltene Turm der alten Stadtbefestigung, der Kalk- oder Hexenturm, entstand als Wehrturm mit Zinnenkranz und Wehrplattform um 1500. Im Turm fanden die „peinlichen Befragungen“ (Folter) der als Hexen denunzierten Personen statt.
9. Schmalzgrube
In den kleinen Hofreiten des Großostheimer „Schwarzviertels“ wohnten Tagelöhner, kleine Handwerker und Kleinbauern. Der Name kann seinen Ursprung von dem hier anstehenden fetten, schwarzen Schwemmboden bekommen haben.
10. Heiligkreuzkapelle
Die Kapelle, früher ein bedeutender Wallfahrtsort, birgt ein Kunstwerk besonderer Art in sich: Eine Kreuzigungsgruppe aus rotem Sandstein, deren Figuren Lebensgröße besitzen (1510), die aus der Schule von Hans Backoffen stammt.
11. „Frauhäuschen“
Eine weitere Marienkapelle, stammt aus dem frühen 17. Jh. und bildet den Abschluss des Ortskern-Rundgangs.