Historisches Großostheim

„Ostheim“, 1625 erstmals Großostheim genannt, wird erstmals in einer Urkunde des Klosters Fulda erwähnt, die zwischen 780 und 799 entstand. Ostheim gehörte zu verschiedenen Herrschaftsbereichen, ehe es 1278 zusammen mit dem gesamten Bachgau zum Kurfürstentum Mainz kam. Das ehemalige Vogteiamt (bis 1782) des Erzstiftes Mainz wurde 1803 ein Teil des neugebildeten Fürstentums Aschaffenburg des Fürstprimas von Dalberg, mit welchem es 1814 mit den Verträgen von Paris an Bayern fiel.
Der Ortsteil Ringheim hat seinen Namen von dem Anfang des 16. Jh. ausgestorbenen selbstständigen Orts Ringenheim. Die Ringheimer Mühle – ehem. Gastwirtschaft und Bauernhof – scheint das letzte historische Anwesen zu sein. Das neue Ringheim entstand nach 1945 auf dem Gelände des früheren Luftwaffenflugplatzes, in dessen Baracken Vertriebene untergebracht wurden. Eine rasche Bebauung mit Industrieansiedlung hat aus dem anfänglichen kleinen Ortsteil eine ansehnliche Siedlung gemacht.
Der Ortsteil Pflaumheim war trotz unmittelbarer Nähe zum bedeutungsvollen Ostheim immer eine eigenständige Gemeinde gewesen. Allerdings gehörte es kirchlich zur Pfarrei St. Peter und Paul in Großostheim. Erst 1923 wurde Pflaumheim mit seiner Kirche St. Luzia eigenständige Pfarrei. Im Jahre 1994 feierte man das 1200-jährige Bestehen, da bereits 794 der Plumgau und auch Pflaumheim selbst in der Überlieferung der Klöster Lorsch und Fulda genannt werden.
Der Ortsteil Wenigumstadt wurde 1229 als „villa Omestad minore“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf war jedoch mit Sicherheit schon viel früher besiedelt, denn archäologische Funde belegen die Anwesenheit von Menschen aller Kulturepochen in den vergangenen 7000 Jahren.